EVP·Céline Imart (für EVP)·Imart sieht in der Muslimbruderschaft eine verdeckte Einflussstrategie und will Organisationen wie FEMYSO keinen Zugang zu Institutionen und Fördergeld mehr gewähren.
„Le FEMYSO incarne ce cheval de Troie élégant. On les a crus fréquentables. On a ouvert les salles, les financements, les institutions. Là où la violence fracasse les portes, l'entrisme attend qu'on les lui ouvre. […] Cessons d'appeler «dialogue» la naïveté. Cessons d'appeler «partenaire» celui qui cherche notre caution. Cessons d'appeler «représentative» une association parce qu'elle ponctue ses demandes de subvention par «diversité et inclusion». Pour la première fois, notre Parlement est appelé à regarder en face l'entrisme et l'influence des réseaux des Frères musulmans.“
Übersetzung: „FEMYSO verkörpert dieses elegante Trojanische Pferd. Man hielt sie für akzeptabel. Man hat ihnen Säle, Fördermittel und Institutionen geöffnet. Wo Gewalt Türen einschlägt, wartet die Unterwanderung darauf, dass man sie ihr öffnet. […] Hören wir auf, Naivität „Dialog“ zu nennen. Hören wir auf, denjenigen „Partner“ zu nennen, der unsere Billigung sucht. Hören wir auf, einen Verein „repräsentativ“ zu nennen, nur weil er seine Förderanträge mit „Vielfalt und Inklusion“ versieht. Zum ersten Mal ist unser Parlament aufgerufen, der Unterwanderung und dem Einfluss der Netzwerke der Muslimbruderschaft ins Auge zu sehen.“
CRE, 7.10.2026, Punkt 16, Rednerabschnitt Imart[4] S&D·Chloé Ridel (für S&D)·Ridel wirft den Antragstellern Islamfeindlichkeit vor und verlangt, religiösen Fundamentalismus jeder Herkunft zu bekämpfen statt nur eine Form.
„Les fondamentalismes religieux, soyons clairs, représentent tous une vraie menace. Leurs ingérences doivent être combattues, d'où qu'elles viennent. Mais, Madame Imart, vos arguments flous, votre obsession pour une seule forme d'entrisme et votre silence – ou devrais-je dire votre complaisance – face aux autres, ne sont que la traduction de votre volonté de désigner toujours les mêmes boucs émissaires. Où êtes-vous lorsqu'il faut combattre l'entrisme des organisations intégristes catholiques anti-avortement?“
Übersetzung: „Seien wir klar: Alle religiösen Fundamentalismen sind eine echte Bedrohung. Ihre Einmischung muss bekämpft werden, woher sie auch kommt. Aber, Frau Imart, Ihre vagen Argumente, Ihre Fixierung auf eine einzige Form der Unterwanderung und Ihr Schweigen – oder sollte ich sagen Ihre Nachsicht – gegenüber den anderen sind nur Ausdruck Ihres Willens, immer dieselben Sündenböcke zu benennen. Wo sind Sie, wenn es darum geht, die Unterwanderung durch fundamentalistische katholische Abtreibungsgegner zu bekämpfen?“
CRE, 7.10.2026, Punkt 16, Rednerabschnitt Ridel[4] Renew·Sophie Wilmès (für Renew)·Wilmès stützt sich auf belgische Sicherheitsdienste und fordert eine europäische Strategie mit gemeinsamer Methode, Transparenz der Finanzierung und Zugangskontrollen.
„[…] les Frères musulmans sont une menace haute et prioritaire en ce sens qu'ils peuvent conduire à des comportements antidémocratiques, à la polarisation ou à la violation des droits fondamentaux. Ces propos, chers collègues, ne sont pas de moi, mais des services de sécurité et de renseignement de Belgique. Ils ne visent ni l'islam en tant que religion, ni l'ensemble des musulmans, mais bien le projet politique des Frères musulmans, malgré tous les apparats de respectabilité qu'ils veulent se donner. […] Alors oui, nous avons besoin d'une stratégie européenne avec au minimum une méthode commune pour identifier la menace, les réseaux, une transparence complète sur les financements et un meilleur contrôle de l'accès à nos institutions, pour ne plus céder aucun terrain à l'extrémisme religieux.“
Übersetzung: „[…] die Muslimbruderschaft ist eine hohe und vorrangige Bedrohung, weil sie zu antidemokratischem Verhalten, Polarisierung oder der Verletzung von Grundrechten führen kann. Diese Worte, liebe Kolleginnen und Kollegen, stammen nicht von mir, sondern von den belgischen Sicherheits- und Nachrichtendiensten. Sie zielen weder auf den Islam als Religion noch auf die Muslime insgesamt, sondern auf das politische Projekt der Muslimbruderschaft, trotz allen Anscheins von Seriosität, den sie sich geben will. […] Ja, wir brauchen eine europäische Strategie, mindestens mit einer gemeinsamen Methode, um die Bedrohung und die Netzwerke zu erkennen, vollständiger Transparenz über Finanzierungen und einer besseren Kontrolle des Zugangs zu unseren Institutionen, damit wir dem religiösen Extremismus keinen Boden mehr überlassen.“
CRE, 7.10.2026, Punkt 16, Rednerabschnitt Wilmès[4] Grüne/EFA·Ufuk Kâhya (für Grüne/EFA)·Kâhya warnt davor, eine Gruppe von Menschen pauschal zu verdächtigen, und ruft zu Verzicht auf stigmatisierende Sprache auf.
„We weten waar ontmenselijking begint: met woorden, met het aanwijzen van een groep mensen als verdacht. Met het suggereren dat mensen met een bepaald geloof, een bepaald uiterlijk of een bepaalde afkomst misschien niet loyaal zijn, misschien gevaarlijk zijn, onderdeel zijn van een groter complot. Wij, Europeanen, hebben dit eerder gezien. […] Daarom roepen wij als Groenen jullie, politici, op om jullie morele verantwoordelijkheid te nemen. Geen haatzaaiende of stigmatiserende taal, geen xenofobe of islamofobe verdachtmakingen.“
Übersetzung: „Wir wissen, wo Entmenschlichung beginnt: mit Worten, damit, eine Gruppe von Menschen als verdächtig zu kennzeichnen. Mit der Andeutung, dass Menschen eines bestimmten Glaubens, Aussehens oder einer bestimmten Herkunft vielleicht nicht loyal sind, vielleicht gefährlich, Teil einer größeren Verschwörung. Wir Europäer haben das schon einmal erlebt. […] Deshalb rufen wir Grünen Sie, die Politikerinnen und Politiker, auf, Ihrer moralischen Verantwortung nachzukommen. Keine hetzerische oder stigmatisierende Sprache, keine fremdenfeindlichen oder islamfeindlichen Verdächtigungen.“
CRE, 7.10.2026, Punkt 16, Rednerabschnitt Kâhya[4] Die Linke·Damien Carême (für Die Linke)·Carême hält die Debatte für verschwörungsideologisch und verlangt, sich stattdessen mit Einmischung etwa durch die USA, Elon Musk oder Golfstaaten zu befassen.
„Madame la Présidente, chers collègues, on a vraiment autre chose à faire dans ce Parlement qu'un débat qui nous enfonce dans du conspirationnisme. La droite, l'extrême droite et ceux qui prétendent représenter le centre nous affirment qu'un complot musulman se trame dans notre dos, sans la moindre preuve. […] Alors, chers collègues, si nous voulons vraiment travailler sur les entrismes qui menacent la démocratie, voici quelques pistes qui méritent notre attention. Les États-Unis de Trump, par exemple, qui s'ingèrent dans nos affaires; Elon Musk qui fait de l'ingérence dans les élections de nos pays; l'extrême droite qui a déjà gangréné la plupart des lieux de pouvoir européens; l'Arabie saoudite, le Qatar ou les Émirats arabes unis, que vous courtisez ici même, et qui financent le terrorisme et la guerre; ou encore l'accueil par la Commission d'une délégation de représentants de talibans pour renvoyer les Afghans et Afghanes chez eux.“
Übersetzung: „Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben in diesem Parlament wirklich Besseres zu tun als eine Debatte, die uns in Verschwörungsdenken verstrickt. Die Rechte, die extreme Rechte und diejenigen, die vorgeben, die Mitte zu vertreten, behaupten ohne den geringsten Beweis, hinter unserem Rücken werde eine muslimische Verschwörung geschmiedet. […] Wenn wir also wirklich an den Formen der Unterwanderung arbeiten wollen, die die Demokratie bedrohen, gibt es einige Ansätze, die unsere Aufmerksamkeit verdienen. Etwa die USA unter Trump, die sich in unsere Angelegenheiten einmischen; Elon Musk, der sich in die Wahlen unserer Länder einmischt; die extreme Rechte, die bereits die meisten Machtzentren Europas zersetzt hat; Saudi-Arabien, Katar oder die Vereinigten Arabischen Emirate, um die Sie hier selbst werben und die Terrorismus und Krieg finanzieren; oder der Empfang einer Taliban-Delegation durch die Kommission, um Afghaninnen und Afghanen zurückzuschicken.“
CRE, 7.10.2026, Punkt 16, Rednerabschnitt Carême[4] EKR·Nicolas Bay (für EKR)·Bay fordert, islamistischen Organisationen jede Förderung zu entziehen, FEMYSO aus den Institutionen auszuschließen und die Muslimbruderschaft als Terrororganisation einzustufen.
„Plus aucun financement pour toutes les organisations liées à la mouvance islamiste, plus aucune place dans nos institutions pour des associations comme le FEMYSO et surtout, comme ont eu le courage de le faire des États membres comme l'Autriche, des États tiers comme l'Égypte ou les Émirats arabes unis, inscrire officiellement et solennellement les Frères musulmans sur la liste européenne des organisations terroristes. Depuis des décennies, l'Europe subit séparatisme communautaire, criminalité et même terrorisme. Nos peuples sont confrontés à l'islamisme, à l'action sournoise et insidieuse des Frères musulmans, cette confrérie qui veut conquérir nos nations, nos lieux de pouvoir, notre vie sociale et nos territoires.“
Übersetzung: „Keine Fördermittel mehr für Organisationen aus dem islamistischen Umfeld, kein Platz mehr in unseren Institutionen für Vereine wie FEMYSO und vor allem, wie es Mitgliedstaaten wie Österreich und Drittstaaten wie Ägypten oder die Vereinigten Arabischen Emirate mutig getan haben, die Muslimbruderschaft offiziell und feierlich auf die EU-Liste terroristischer Organisationen setzen. Seit Jahrzehnten erleidet Europa gemeinschaftlichen Separatismus, Kriminalität und sogar Terrorismus. Unsere Völker sind mit dem Islamismus konfrontiert, mit dem hinterhältigen und schleichenden Wirken der Muslimbruderschaft, dieser Bruderschaft, die unsere Nationen, unsere Machtzentren, unser gesellschaftliches Leben und unsere Gebiete erobern will.“
CRE, 7.10.2026, Punkt 16, Rednerabschnitt Bay[4] PfE·Susanna Ceccardi (für PfE)·Ceccardi fordert, die Muslimbruderschaft als Terrororganisation zu listen und EU-Gelder für islamistische Netzwerke zu stoppen.
„L'entrismo islamista è una strategia sottile e pericolosa: l'infiltrazione deliberata nelle istituzioni democratiche, nelle scuole, nelle associazioni, nei comuni per far prevalere dall'interno un'agenda politica islamista. I principali attori sono le reti legate ai Fratelli musulmani. […] Noi Patrioti chiediamo che i Fratelli Musulmani siano inseriti nella lista europea delle organizzazioni terroristiche. Chiediamo di chiudere i rubinetti ai finanziamenti europei alle organizzazioni legate alle reti islamiste. Noi Patrioti non abbiamo paura di difendere l'Europa.“
Übersetzung: „Die islamistische Unterwanderung ist eine subtile und gefährliche Strategie: die gezielte Infiltration demokratischer Institutionen, Schulen, Vereine und Gemeinden, um von innen eine islamistische politische Agenda durchzusetzen. Die wichtigsten Akteure sind die Netzwerke der Muslimbruderschaft. […] Wir Patrioten fordern, dass die Muslimbruderschaft auf die EU-Liste terroristischer Organisationen gesetzt wird. Wir fordern, den Geldhahn für EU-Mittel an Organisationen aus islamistischen Netzwerken zuzudrehen. Wir Patrioten haben keine Angst, Europa zu verteidigen.“
CRE, 7.10.2026, Punkt 16, Rednerabschnitt Ceccardi[4] ESN·Mary Khan (für ESN)·Khan sieht im politischen Islam eine Gefahr für die Demokratie und fordert, islamistischen Netzwerken öffentliche Gelder zu verweigern.
„Die Muslimbruderschaft zeigt: Islamismus beginnt nicht erst mit Gewalt. Er wächst über Vereine und Jugendstrukturen. Genau das haben Sie in Europa viel zu lange zugelassen. Über Jahre wurden Parallelstrukturen geduldet. Radikalisierung beginnt lange, bevor ein erster Anschlag entsteht. Deshalb fordern wir auch mit unseren Änderungsanträgen klare Konsequenzen: keine Verfestigung von Parallelgesellschaften, keine öffentlichen Gelder für islamistische Netzwerke.“
CRE, 7.10.2026, Punkt 16, Rednerabschnitt Khan[4]