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PolivisDer quellenbasierte Gesetzes-Kompass

Beschlussempfehlung

Keine Abschaffung der CO2-Bepreisung (Beschlussempfehlung)

Nicht alle Abstimmungen sind erfasst.Was erfasst ist →

Auf einen Satz

Der Bundestag lehnte am 4. Dezember 2025 die geforderte Abschaffung der CO₂-Bepreisung und des Gebäudeenergiegesetzes ab; diese Abstimmung änderte kein Gesetz.

Worum es geht

Die AfD wollte die Bundesregierung auffordern, die Regeln für die Energieversorgung von Gebäuden und die CO₂-Bepreisung von Heizöl und Gas abzuschaffen. CO₂ ist ein Gas, das zur Erderwärmung beiträgt; seine Bepreisung verteuert den Ausstoß. Abgestimmt wurde über die Empfehlung des Ausschusses, den Antrag abzulehnen: Ein Ja bedeutete deshalb ein Nein zur Forderung der AfD.

Quellen und Methode

Der Titel stammt aus der Abstimmungsquelle und sagt nicht, was sich ändern soll. Die Kurzbeschreibung wird aus der amtlichen Drucksache übernommen — bis dahin steht hier nichts statt einer geratenen Zusammenfassung. Die Drucksache ist unter „Belege“ verlinkt.

Zur Vorlage

Vorlage eingebracht von
AfD
Drucksache
BT-Drs. 21/227
Datum
4. Dezember 2025
Verfahrensstand
Abgeschlossen
Ergebnis der Abstimmung
Angenommen
Wahlperiode
21. Wahlperiode

Abstimmung vom 4. Dezember 2025

Namentliche Abstimmung
AbstimmungsgegenstandBeschlussempfehlung
Einbringer
AfD
Amtliches Dokument
BT-Drs. 21/227 ↗

Ein Ja bedeutete Zustimmung zur Empfehlung des Ausschusses, den Antrag abzulehnen.

Amtliches Ergebnis

Ja
444
Nein
138
Enthaltung
0
Nicht abgegeben
48

Nach Fraktion

  • CDU/CSU208 Mitglieder in dieser AbstimmungJa 203Nein 0Enthaltung 0Nicht abgegeben 5
  • AfD151 Mitglieder in dieser AbstimmungJa 0Nein 138Enthaltung 0Nicht abgegeben 13
  • SPD120 Mitglieder in dieser AbstimmungJa 111Nein 0Enthaltung 0Nicht abgegeben 9
  • BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN85 Mitglieder in dieser AbstimmungJa 75Nein 0Enthaltung 0Nicht abgegeben 10
  • Die Linke64 Mitglieder in dieser AbstimmungJa 54Nein 0Enthaltung 0Nicht abgegeben 10
  • fraktionslos2 Mitglieder in dieser AbstimmungJa 1Nein 0Enthaltung 0Nicht abgegeben 1

Einzelstimmen

Abweichungen vom Fraktionsvotum

Schwelle: mindestens zwei Drittel (≥ 66,7 %) der abgegebenen Stimmen

Alle Fraktionen mit eindeutiger Mehrheit stimmten geschlossen ab. Es gab keine abweichenden Stimmen innerhalb der Fraktionen.

Nicht abgegeben heißt nur: keine Stimme erfasst – nicht unbedingt abwesend (z. B. Krankheit, Mutterschutz, Sitzungsleitung). Nicht abgegebene Stimmen zählen nicht als Abweichung.

So liest man diese Abstimmung →

Was heute gilt – was sich ändert

Heute

Das Gebäudeenergiegesetz enthält weiterhin Regeln zum Energieverbrauch und zur Wärmeversorgung von Gebäuden.

Gefordert

Dieses Gesetz vollständig abschaffen. [3][5]

Heute

Für Brennstoffe gibt es weiterhin einen nationalen Handel mit Emissionszertifikaten, also Berechtigungen für den CO₂-Ausstoß.

Gefordert

Das Gesetz für diesen Handel vollständig und ersatzlos streichen, um die CO₂-Bepreisung von Heizöl und Gas zu verhindern. [3][4]

Gefordert

Die Umsetzung entsprechender EU-Verordnungen und EU-Richtlinien beenden. Der Antrag nennt dabei auch den Green Deal, ein Bündel europäischer Vorhaben für den Klima- und Umweltschutz. [3]

Gefordert

Auch den CO₂-Grenzausgleich beenden. Dabei geht es um CO₂-Kosten für bestimmte Waren, die aus dem Ausland in die EU kommen. [3][6]

Wen es betrifft

Die Forderungen betreffen Menschen und Unternehmen, die Gebäude besitzen, vermieten oder nutzen, sowie Betriebe, die Heizungen einbauen oder Brennstoffe liefern. Der Teil zum CO₂-Grenzausgleich betrifft außerdem Importeure erfasster Waren. Eine konkrete Entlastung für einzelne Haushalte wurde mit dieser Abstimmung nicht beschlossen. [1][3][5][6]

Rechtliche Wirkung

Der Bundestag folgte der Empfehlung, den Antrag abzulehnen; es ändert sich nichts. Die Beschlussempfehlung wurde angenommen. Damit war der Antrag abgelehnt. Auch eine Annahme des ursprünglichen Antrags hätte die genannten Gesetze nicht selbst aufgehoben: Sein Wortlaut war eine Aufforderung an die Bundesregierung. Durch den Ablehnungsbeschluss entstanden weder neue gesetzliche Pflichten noch ein Termin für eine Gesetzesänderung. [1][2][3]

Anlass

Die AfD begründete ihren Antrag mit ihrer Kritik an den Kosten der Wärmeversorgung und an der CO₂-Bepreisung. Sie bezog sich dabei auf die angekündigte Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes und befürchtete, dass höhere CO₂-Kosten Öl- und Gasheizungen wirtschaftlich verdrängen würden. Das sind die im Antrag vertretenen Bewertungen, keine durch diese Recherche bestätigten Kostenprognosen.

Wie die Fraktionen ihr Votum begründet haben

Aussprache am 4. Dezember 2025 · Protokoll ↗

SPD·Daniel Rinkert (Redner für die Fraktion)·Rinkert lehnt den Antrag ab, weil er darin eine Abkehr von politischer Verantwortung für Energieversorgung und Gemeinwesen sieht.
„Meine Damen und Herren, der Antrag der AfD ist gefährlich. Gefordert wird darin nicht nur das Ende einer verantwortungsvollen Energiepolitik. Ebenso wird auf das Ende einer Politik abgestellt, die überhaupt Verantwortung übernehmen will.“
PlPr 21/47, PlPr 21/47, S. 5555–5556[1]
AfD·Marc Bernhard (Redner für die Fraktion)·Bernhard fordert die Abschaffung und begründet dies mit seiner Einschätzung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Energiepolitik.
„Was Sie hier machen, ist eine teure, wirkungslose und vor allem unmenschliche Politik. Sie ruinieren Deutschland auf allen Politikfeldern und zerstören damit die Zukunft unserer Kinder. Eine AfD-Regierung wird Schluss machen mit dieser Politik gegen das eigene Volk. Wir werden das Heizungsgesetz und die CO2-Steuer vollständig abschaffen.“
PlPr 21/47, PlPr 21/47, S. 5557–5558[1]
CDU/CSU·Alexander Engelhard (Redner für die Fraktion)·Engelhard unterstützt eine europäische CO₂-Bepreisung wegen der Planbarkeit und gemeinsamer Wettbewerbsbedingungen.
„So wie mit dem Binnenmarkt ein gemeinsamer Markt unsere wirtschaftliche Grundlage ist, so macht auch eine europaweite CO2-Bepreisung Sinn. Sie schafft Planbarkeit und gleichzeitig einheitliche Wettbewerbsbedingungen. Genau das ist für uns als Exportnation im besonderen deutschen Interesse.“
PlPr 21/47, PlPr 21/47, S. 5558[1]
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN·Kassem Taher Saleh (Redner für die Fraktion)·Taher Saleh setzt auf erneuerbare Heizsysteme und Gebäudesanierung für Klimaschutz und dauerhaft bezahlbare Heizkosten.
„Unsere Position als Bündnisgrüne ist dabei klar: Wir machen das Zuhause zukunftsfest mit Heizsystemen für erneuerbare Energien und einer echten Sanierungsoffensive. So nämlich schützen wir das Klima, und so sichern wir auch dauerhaft bezahlbare Heizkosten. Wir merken – auch das zeigt dieser Antrag –: Die AfD schadet unserer Wirtschaft.“
PlPr 21/47, PlPr 21/47, S. 5559[1]
Die Linke·Violetta Bock (Rednerin für die Fraktion)·Bock wendet sich gegen die Abschaffung und fordert soziale Unterstützung für den Wechsel zu erneuerbarer Wärme.
„Heizungen mit fossilen Brennstoffen sind die teuerste Heizungsart, die man sich auch nur vorstellen kann. Die Umstellung auf Erneuerbare ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine soziale Frage. Indem Sie „Einfach Heizungsgesetz abschaffen!“
PlPr 21/47, PlPr 21/47, S. 5560[1]

Wie es weitergeht

Dieser Antrag ist parlamentarisch abgelehnt. Aus der Entscheidung folgt kein weiterer Gesetzgebungsschritt zur Abschaffung der CO₂-Bepreisung. Andere Änderungen am Gebäudeenergiegesetz oder am Emissionshandel sind gesonderte Verfahren und dürfen diesem Beschluss nicht zugerechnet werden.

Begriffe

Beschlussempfehlung
Ein Ausschuss schlägt dem Bundestag vor, wie er über eine Vorlage entscheiden soll.
Emissionszertifikat
Eine handelbare Berechtigung für den Ausstoß einer festgelegten Menge Treibhausgase.
CO₂-Grenzausgleich
Bei bestimmten Importwaren werden Kosten für die bei ihrer Herstellung entstandenen Emissionen berücksichtigt.

Quellen (7)

  1. [1]
    Amtliches Protokoll der 47. Sitzung ↗

    Deutscher Bundestag · Abgerufen am 19.10.2026

  2. [2]
  3. [3]
    Antrag 21/227, insbesondere Abschnitt II ↗

    Deutscher Bundestag · Abgerufen am 19.10.2026

  4. [4]
    Geltende Fassung des BEHG, § 10, Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz / Bundesamt für Justiz ↗

    Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz · Abgerufen am 19.10.2026

  5. [5]
    Gebäudeenergiegesetz ↗

    Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz · Abgerufen am 19.10.2026

  6. [6]
  7. [7]
    Plenarprotokoll 21/47 vom 04.12.2025, TOP 20; Reden auch im XML ↗

    Deutscher Bundestag · Abgerufen am 19.10.2026

Belege